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Wolken erklimmen

Viele Gedanken, viele Tränen, ein kleiner Hoffnungsschimmer, ein nervöses und ein glückliches Kind und einsame Stunden am Abend. Das beschreibt den Tag heute kurz umrissen ganz gut.

Heute war ein ereignisreicher Tag. Unser kleines, nein, großes Kind wurde an der Oberschule angemeldet und ein Termin bei meiner Therapeutin stand an. Der erste Termin war die Anmeldung unseres kleinsten Kindes an der Oberschule. Merkwürdig wie schwer es fällt, sich sein"Baby" an so einer großen Schule, mit so vielen jungen Erwachsenen vorzustellen und zu wissen, dass es nicht lange dauert, bis es auch ein Teil davon sein wird. Da müssen woh alle Eltern durch. Danach zur Therapeutin und der Teil mit den vielen Tränen begann. Ich hätte nie gedacht, dass man sich über Wochen so fühlen kann, wie ich mich derzeit fühle und trotzdem noch am Leben ist. Vor wenigen Wochen, hätte ich alle, die so etwas sagen für hysterisch und labil gehalten. So ändern sich die Ansichten, wenn man selbst in so einer Situation festhängt und nicht vor und nicht zurück kommt. Erkenntnisse gab es diesmal während der Sitzung nur wenige. Wenigstens scheine ich, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, mit den Kindern alles richtig zu machen. Auf dem Weg nach Hause habe ich einen kleinen Umweg über den Friedhof gemacht. Dort liegt keiner, den ich kenne, aber ich finde dieser Ort strahlt so viel Ruhe aus und genau das brauchte ich in dem Moment. Ruhe ist gut, lässt aber auch wieder die Gedanken Karusell fahren. In den letzten Jahren hab ich manchmal darüber nachgedacht, ob es wirklich das ist, was ich im Leben will. JA! Genau das wil ich. Meinen Mann, meine Kinder, meine Familie. Ich möchte auch später neben meinem Mann begraben werden. Habe heute eine Inschrift gelesen "Bis in den Tod vereint", genau das, bitte, genau das! Vereint, bis der Tod uns scheidet und dann irgendwann wieder vereint. Eins - für immer. Sich liebe, ehren, achten und füreinander da sein. Heute Vormittag war ich völlig kraftlos und hätte mich am liebsten weggezaubert, egal wohin, hauptsache weg. Auf dem Freidhof ist der Löwe wieder erwacht. Ich werde kämpfen! Für meine Ehe, für meine Kinder.
Wenn ich alleine bin und wieder vor Tränen nichts mehr sehen kann, fühle ich mich manchmal so erbärmlich. Wie ein Bettler, der in diesem Fall nicht um Essen oder Geld bittet, sondern um Liebe fleht. Das ist so erniedrigend und ich hätte von mir selbst nicht gedacht, dass ich das jemals tun werden. Die Liebe macht seltsame Dinge mit uns. Aber manchmal schäme ich mich für meine Schwäche und dafür den Mut so oft zu verlieren. Oft frage ich mich, was Menschen im meiner Situation tun, die keine Kinder haben. Im Moment halten mich nur diese beiden am Leben und in Gang. Für sie steh ich früh auf, für die lebe ich den Alltag und für sie bin ich hier. Wenn unser großes Kind anruft und vom Schulpraktikum berichtet, dass gerade absolviert wird, ich durchs Telefon hören kann, wie glücklich es ist und vor mir sehe, wie die Augen strahlen und wie sich eine Augenbraue hochzieht, wenn von komischen Dingen erzählt wird, dann kehrt Leben zurück. Oder wenn das kleine Kind aus der Schule kommt, den Ranzen in die Ecke stellt, auf mich zugerannt kommt und mich ganz fest drückt, aufgeregt von den spannenden Dinge des Tages erzählt... Kitschig, ich weiß. Aber ohne das alles, weiß ich nicht, wo ich jetzt wäre.
Morgen gehen wir zur nächsten Paarberatung. Zu einer anderen!! Ich weiß nicht warum, aber er hat tatsächlich zugestimmt, es sich mal anzusehen. Und da ein anderes Paar einen Termin abgesagt hat (ich wünsche ihnen sehr, dass sie ihn nicht mehr brauchen, weil sich ihre Probleme gelöst haben!), konnten wir diese Stunde bekommen. Vielleicht nur damit ich Ruhe gebe, er es blöd finden kann und wir wieder zu der anderen Tante gehen (im Leben nicht!)... Bitte drückt mir die Daumen, dass es ein gutes Gespräch wird.

Vorhin lief im Radio "Lass uns die Wolke vier bitte nie mehr verlassen, weil wir auf Wolke sieben viel zu viel verpassen. Ich war da schon ein Mal, bin zu tief gefallen , lieber Wolke vier mit Dir als unten wieder ganz allein" Ist ok. Wolke 4 nehm ich auch. Vielleicht kommt man ja wieder zurück zur 6 oder 7. Ein Versuch ist es wert... Auf gehts... Lass uns die Wolken erklimmen!

9.2.16 18:39


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Im Regen tanzen?

"Leben heißt im Regen zu tanzen, anstatt auf die Sonne zu warten!" Eine Karte mit diesem schlaue Spruch hängt an unserem Kühlschrank und bis vor ein paar Wochen fand ich ihn gut und hab oft versucht mich mit einem Regentanz wieder positiv zu stimmen, wenn man etwas nicht so gut war. Seit Mitte November ist es damit allerdings vorbei. Unsere Ehe schlitterte so mehr der weniger von jetzt auf gleich in eine riesen große Kriese. Mein Mann sprach plötzlich von Trennung. Unser Leben war nicht einfach. Wir haben jung Kinder bekommen und hatten auf unserem Weg viele Steine, die wir aber mit Erfolg beseitigen konnten. Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, an dem eigentlich alles gut schien. Finanziell  ging es bergauf, die Kinder sind nicht mehr klein, wir haben endlich wieder etwas mehr Zeit für uns als Paar. Und nun das... Er schwört Stein und Bein, dass keine andere Person im Spiel ist. Nennt mich naiv, aber ich glaube ihm. Er sagt er spührt nichts mehr, nicht für mich, nicht für die Kinder. Depression? Ich denke ja. Er streitet es ab und weigert sich konsequent sich mit diesem Gedanken zu beschäftigen. Ich möchte kämpfen, unsere Ehe retten. Unseren Kindern das erparen, was ich erleben musste. Eine neue Basis schaffen. An uns und unserer Ehe arbeiten. Im Moment kämpfe ich leider allein auf weiter Flur... Seit ein paar Wochen gehen wir zur Eheberatung. Ein schreckiche Person "berät" uns. Ich möchte doch nicht mehr hin. Würde gerne eine andere Beratungsstelle aufsuchen, er... wie bei allem... er weigert sich. Es hat schon Wochen gedauert, bis er überhaupt einer Beratung zustimmte und ein Wechsel steht für ihn nicht zur Diskussion. Für ihn ist es ja auch einfach. Er ist beruflich durchgestartet, hat studiert, eine gute Ausbildung, eine tolle Stelle, Führerschein, seine Familie in der Nähe, seine Freunde... Ich, ich habe NICHTS. Als unser erstes Kind geboren wurde, bin ich hunterte Kilometer weit weg von meiner Familie zu ihm gezogen, habe meine Ausbildung so nicht beenden können und habe die nächsten Jahredamit verbracht die Kinder zu erziehen, den HAsuhalt zu machen, ihm den Rücken frei zu halten, damit er u.a. sein Studium (neben dem Beruf) durchziehen kann. Habe immer wieder hier und da etwas gemacht, aber nichts, worauf ich jetzt etwas aufbauen kann. Weil das Geld immer knapp war, konnte ich nicht einmal meinen Führerschein machen. Pech... ja in der Tat. Wir haben uns diesen Weg gemeinsam ausgesucht, geplant und sind ihn gemeinsam gegangen. Wer nun die vollen Konsequenzen tragen wird, bin ich... und die Kinder. Meine Familie und meine beste Freundin sind so unendlich weit weg. Ich würde so gerne wieder dort hin zurück. Das würde er nicht zulassen und wie meine Chancen bei einem Sorgerechtsstreit wären, kann ich nicht abschätzen und eigentlich möchte ich das meinen Kindern ersparen. Sie gehen hier zur Schule, haben hier ihre Freunde und sind hier zuhause. Wobei das nichts haben mein kleinestes Problem ist. Mein größtest ist, dass ich meinen Mann nicht verlieren möchte. Ich liebe ihn und möchte keinen Tag ohne ihn sein. Wir sind seit über 15 Jahren zusammen, haben so viel miteinander geschafft und aufgebaut... das kann man doch nicht einfach wegwerfen. Nicht ohne dafür gekämpft zu haben, es wieder zu kitten. Es fühlt sich an, wie sterben auf Raten. Jeden Tag ein bisschen mehr. Jeden Tag die Hoffnung, dass er von der Arbeit nach Hause kommt und sagt "Schatz, ich war so dumm. Wir bekommen das wieder hin!" Und bisher war jeder Tag eine Enttäuschung. Ich habe solche angst und wenn ich meine Kinder sehe, sehe, wie sie leiden, zerreist es mich innerlich. Anfang Januar wollte er ausziehen. Unser ältestes Kind ist weinend an der Tür zusammengebrochen "Papa, du darst nicht gehen!". Er saß daraufhin lange im Flur und blieb dann doch. Dieser Moment hängt über uns, wie eine dicke schwarze Wolke und es wirkt, als würden die Kinder jeden Tag darauf warten, dass ein neuer Blitz aus dieser Wolke schießt und alles zerstört. Ich spreche (auf zuraten meiner Therapeutin) viel mit ihnen, versuche zu erklären, Ängste zu nehmen, Sicherheit zu bieten. Nur in wie weit das klappt, ist immer von Moment zu Moment unterschiedlich.
Um ihm zu zeigen, dass ich bereit bin alles zu tun, habe ich zugestimmt unser Haus zu verkaufen. Er sagt schon lange, dass er denkt, dass es für uns nicht stemmbar ist. Die Kinder snd hier groß geworden, es ist ihr Zuhause und es fiel mir immer schwer mich mit dem Gedanken anzufreunden von hier weg zu gehen. Eine neue Wohnung, vielleicht verbunden mit einem Neuanfang, neuer Schwung, neue Chance? Ok, wie verkaufen. Und jetzt? Auf einmal will er nicht mehr mit und möchte sich getrennte Wohnungen nehmen. Ich hab das Gefühl mir rinnt alles durch die Finger. Wie soll das nur weitegehen?
Eigentlich bin ich ein sehr kommunikativer und aufgeschlossener Mensch. Jetzt ist alles anders. Kann kaum mit anderen darüber sprechen und ziehe mich sehr zurück. (Das ist auch der Grund für diesen Blog... irgendwo muss ich mich mitteilen, sonst ersticke ich irgendwann.) Die wenigen, die es wissen, versuchen mit gutem Rat zu helfen und dauert fällt der Satz "wenn das jemand auch alleine schaffen wird, dann du" Lustig! Da täuschen sie sich leider sehr. Ich habe keine Kraft mehr, bin völlig am Ende, eine Marionette, die im moment das versucht zu erfüllen, was die Außenwelt erwartet. Jeden Tag aufstehen, Haushalt, Kinder versorgen, einen Ausbildungsplatz suchen, die Besichtigungen ertragen (natürlich fast immer alleine) und dem Umfeld vermitteln "alles ist gut". Gar nichts ist gut. Seit Ende November kann ich nichts mehr Essen, schlafe trotz Schlafmittel nur wenige Stunden pro Nacht. Ich kann nicht mehr emotion Ich will mein Leben zurück!!!

8.2.16 10:37





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