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Im Regen tanzen?

"Leben heißt im Regen zu tanzen, anstatt auf die Sonne zu warten!" Eine Karte mit diesem schlaue Spruch hängt an unserem Kühlschrank und bis vor ein paar Wochen fand ich ihn gut und hab oft versucht mich mit einem Regentanz wieder positiv zu stimmen, wenn man etwas nicht so gut war. Seit Mitte November ist es damit allerdings vorbei. Unsere Ehe schlitterte so mehr der weniger von jetzt auf gleich in eine riesen große Kriese. Mein Mann sprach plötzlich von Trennung. Unser Leben war nicht einfach. Wir haben jung Kinder bekommen und hatten auf unserem Weg viele Steine, die wir aber mit Erfolg beseitigen konnten. Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, an dem eigentlich alles gut schien. Finanziell  ging es bergauf, die Kinder sind nicht mehr klein, wir haben endlich wieder etwas mehr Zeit für uns als Paar. Und nun das... Er schwört Stein und Bein, dass keine andere Person im Spiel ist. Nennt mich naiv, aber ich glaube ihm. Er sagt er spührt nichts mehr, nicht für mich, nicht für die Kinder. Depression? Ich denke ja. Er streitet es ab und weigert sich konsequent sich mit diesem Gedanken zu beschäftigen. Ich möchte kämpfen, unsere Ehe retten. Unseren Kindern das erparen, was ich erleben musste. Eine neue Basis schaffen. An uns und unserer Ehe arbeiten. Im Moment kämpfe ich leider allein auf weiter Flur... Seit ein paar Wochen gehen wir zur Eheberatung. Ein schreckiche Person "berät" uns. Ich möchte doch nicht mehr hin. Würde gerne eine andere Beratungsstelle aufsuchen, er... wie bei allem... er weigert sich. Es hat schon Wochen gedauert, bis er überhaupt einer Beratung zustimmte und ein Wechsel steht für ihn nicht zur Diskussion. Für ihn ist es ja auch einfach. Er ist beruflich durchgestartet, hat studiert, eine gute Ausbildung, eine tolle Stelle, Führerschein, seine Familie in der Nähe, seine Freunde... Ich, ich habe NICHTS. Als unser erstes Kind geboren wurde, bin ich hunterte Kilometer weit weg von meiner Familie zu ihm gezogen, habe meine Ausbildung so nicht beenden können und habe die nächsten Jahredamit verbracht die Kinder zu erziehen, den HAsuhalt zu machen, ihm den Rücken frei zu halten, damit er u.a. sein Studium (neben dem Beruf) durchziehen kann. Habe immer wieder hier und da etwas gemacht, aber nichts, worauf ich jetzt etwas aufbauen kann. Weil das Geld immer knapp war, konnte ich nicht einmal meinen Führerschein machen. Pech... ja in der Tat. Wir haben uns diesen Weg gemeinsam ausgesucht, geplant und sind ihn gemeinsam gegangen. Wer nun die vollen Konsequenzen tragen wird, bin ich... und die Kinder. Meine Familie und meine beste Freundin sind so unendlich weit weg. Ich würde so gerne wieder dort hin zurück. Das würde er nicht zulassen und wie meine Chancen bei einem Sorgerechtsstreit wären, kann ich nicht abschätzen und eigentlich möchte ich das meinen Kindern ersparen. Sie gehen hier zur Schule, haben hier ihre Freunde und sind hier zuhause. Wobei das nichts haben mein kleinestes Problem ist. Mein größtest ist, dass ich meinen Mann nicht verlieren möchte. Ich liebe ihn und möchte keinen Tag ohne ihn sein. Wir sind seit über 15 Jahren zusammen, haben so viel miteinander geschafft und aufgebaut... das kann man doch nicht einfach wegwerfen. Nicht ohne dafür gekämpft zu haben, es wieder zu kitten. Es fühlt sich an, wie sterben auf Raten. Jeden Tag ein bisschen mehr. Jeden Tag die Hoffnung, dass er von der Arbeit nach Hause kommt und sagt "Schatz, ich war so dumm. Wir bekommen das wieder hin!" Und bisher war jeder Tag eine Enttäuschung. Ich habe solche angst und wenn ich meine Kinder sehe, sehe, wie sie leiden, zerreist es mich innerlich. Anfang Januar wollte er ausziehen. Unser ältestes Kind ist weinend an der Tür zusammengebrochen "Papa, du darst nicht gehen!". Er saß daraufhin lange im Flur und blieb dann doch. Dieser Moment hängt über uns, wie eine dicke schwarze Wolke und es wirkt, als würden die Kinder jeden Tag darauf warten, dass ein neuer Blitz aus dieser Wolke schießt und alles zerstört. Ich spreche (auf zuraten meiner Therapeutin) viel mit ihnen, versuche zu erklären, Ängste zu nehmen, Sicherheit zu bieten. Nur in wie weit das klappt, ist immer von Moment zu Moment unterschiedlich.
Um ihm zu zeigen, dass ich bereit bin alles zu tun, habe ich zugestimmt unser Haus zu verkaufen. Er sagt schon lange, dass er denkt, dass es für uns nicht stemmbar ist. Die Kinder snd hier groß geworden, es ist ihr Zuhause und es fiel mir immer schwer mich mit dem Gedanken anzufreunden von hier weg zu gehen. Eine neue Wohnung, vielleicht verbunden mit einem Neuanfang, neuer Schwung, neue Chance? Ok, wie verkaufen. Und jetzt? Auf einmal will er nicht mehr mit und möchte sich getrennte Wohnungen nehmen. Ich hab das Gefühl mir rinnt alles durch die Finger. Wie soll das nur weitegehen?
Eigentlich bin ich ein sehr kommunikativer und aufgeschlossener Mensch. Jetzt ist alles anders. Kann kaum mit anderen darüber sprechen und ziehe mich sehr zurück. (Das ist auch der Grund für diesen Blog... irgendwo muss ich mich mitteilen, sonst ersticke ich irgendwann.) Die wenigen, die es wissen, versuchen mit gutem Rat zu helfen und dauert fällt der Satz "wenn das jemand auch alleine schaffen wird, dann du" Lustig! Da täuschen sie sich leider sehr. Ich habe keine Kraft mehr, bin völlig am Ende, eine Marionette, die im moment das versucht zu erfüllen, was die Außenwelt erwartet. Jeden Tag aufstehen, Haushalt, Kinder versorgen, einen Ausbildungsplatz suchen, die Besichtigungen ertragen (natürlich fast immer alleine) und dem Umfeld vermitteln "alles ist gut". Gar nichts ist gut. Seit Ende November kann ich nichts mehr Essen, schlafe trotz Schlafmittel nur wenige Stunden pro Nacht. Ich kann nicht mehr emotion Ich will mein Leben zurück!!!

8.2.16 10:37
 
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